Der am meisten unterschätzte Motivationsfaktor

In vielen Projekten arbeite ich nicht nur mit den Führungskräften, sondern – je nach Thema – auch mit den Menschen, die sie täglich begleiten und führen.  Das ist unglaublich wertvoll – für alle Seiten.  
Denn so lerne ich nicht nur die Perspektive der Führungskraft kennen, sondern auch die der Mitarbeiter. 
Dabei fällt mir immer wieder etwas auf: 
Ich beginne meine Workshops fast nie mit dem eigentlichen Thema, sondern mit einer einfachen Frage: 
„Wie geht es euch gerade?“
Und:
„Was bewegt euch gerade besonders im Job? Nicht nur in Bezug auf unser Thema…“

Häufig passiert dann etwas sehr Spannendes:
Die Leute erzählen
… über ihre Herausforderungen.
… über ihre Unsicherheiten.
… über die Dinge, die sie im Alltag gerade sehr beschäftigen.
Je nach Situation in der Bank ist das mal mehr, mal weniger emotional. 

Und was mache ich? 
Ich höre zu. 
Ich nehme sie ernst. 
Ich versuche wirklich zu verstehen – und genau dieses Verständnis auch zum Ausdruck zu bringen.
Und natürlich nehme ich anschließend auch das ein oder andere Thema mit zu den Führungskräften. 
Nicht als Kritik – sondern als wichtige Hinweise. 
Ja, das kostet erstmal Zeit. Was ich aber danach immer wieder erlebe, zeigt mir, dass diese Zeit sehr gut investiert ist. 

Denn schon nach kurzer Zeit spürt man häufig eine deutliche Veränderung im Raum:
Erleichterung
Dankbarkeit
Mehr Freude 
Und – auch mehr Bereitschaft an unserem eigentlichen Thema zu arbeiten.

Am Ende meiner Workshops höre ich häufig einen Satz:
„Vielen Dank, dass wir einfach mal offen über unsere Themen sprechen konnten. Das hat so gutgetan!“ 

Interessant ist dabei: Wir glauben oft, Motivation entsteht durch 
attraktive Ziele,
durch konsequente Begleitung,
oder durch irgendwelche besonderen Aktionen.

Dabei beginnt Motivation häufig viel früher:
Nämlich in dem Moment, in dem Menschen das Gefühl haben:
👉 „Ich werde gesehen und gehört.“
👉 „Ich werde ernst genommen.“
👉 „Meine Herausforderungen interessieren jemanden wirklich.“

Aus meiner Sicht ist das einer der am meisten unterschätzten Hebel guter Führung und gehört für mich in jedes Mitarbeitergespräch. 
Denn wer Menschen versteht, kann sie auch wirksam begleiten und schafft so anstatt Leistungsdruck 
Motivation, Umsetzungskraft und Veränderungsbereitschaft.