Eine Erkenntnis über Führung – mitten in den Bergen

Vor ein paar Tagen war ich auf einer mehrtägigen Wanderung unterwegs.

Am Morgen stand die nächste Etappe an.
Laut Plan sollten wir unsere Hütte gegen 15:30 Uhr erreichen.

Als ich loslief, war ich echt müde.
Mein Körper spürte den Vortag deutlich.

Ziemlich schnell meldeten sich meine inneren „Quatschis“:

„Das ist noch so weit.“
„Was machst du hier eigentlich?“
„Das macht überhaupt keinen Spaß.“

Vielleicht kennst du solche Gedanken auch.

Nicht nur beim Wandern oder beim Sport.
Sondern auch im Berufsalltag.

Wenn das Ziel noch weit entfernt scheint.
Wenn die Zahlen noch nicht stimmen.
Wenn die Veränderung länger dauert als geplant.

Interessant war, was dann passiert ist.

Irgendwann habe ich – vielleicht auch durch den echt anspruchsvollen Weg – aufgehört, ständig auf das Ziel zu schauen und meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelegt:

Auf den nächsten Schritt.
Und zwar NUR auf den nächsten Schritt.
Und dann noch einen.
Und noch einen.

Was dann passiert ist, hat mich echt beeindruckt.

Mit jedem Schritt wurde es ruhiger in mir.
Der innere Kampf verschwand.
Es entstand eine erstaunliche Leichtigkeit.
Und sogar Freude.

Nicht weil das Ziel näher war, sondern weil meine Aufmerksamkeit nicht mehr ständig dort war.

Genau hier sehe ich die Parallelen zum Führungsalltag im Vertrieb.

Bedingt durch Gespräche, Zielvereinbarungen und Reportings haben viele Führungskräfte und Mitarbeiter permanent das Ziel im Fokus.
So sind viele von uns in der Finanzindustrie geprägt worden. 

Aber gerade, wenn das Ziel noch weit entfernt ist, kann dieser Blick enormen Druck erzeugen. 

Vor allem aber killt es Freude. 

„Der Weg ist das Ziel.“ … diesen Kalenderspruch kennt jeder. 

Vielleicht lohnt es sich, ihn mal wieder etwas ernster zu nehmen.

Den Blick stärker auf den Weg zu richten.
Statt permanent auf das Ziel.
Und den nächsten Schritt bewusst zu gehen.

Denn genau so entstehen oft:
mehr Ruhe,
mehr Freude,
mehr Qualität

– und am Ende in der Regel auch bessere Ergebnisse.